SoKo Wand und Farbe

Streetartbattle zwischen Bullen und BesetzerInnen!

Berliner Bulle: „Verdacht der Mithilfe bei der Herstellung rechtsradikaler Musik-Medien“

Zur Zeit gibt’s leider noch nicht viel mehr Infos.. :

Wohnungsdurchsuchung bei Berliner Polizeibeamten

Marzahn – Hellersdorf

Bei der Wohnungsdurchsuchung eines Polizeibeamten wegen des Verdachts der Mithilfe bei der Herstellung rechtsradikaler Musik-Medien haben Ermittler gestern Vormittag in Marzahn umfangreiches Material sichergestellt.
In seiner Wohnung in der Lübzer Straße in Mahlsdorf als auch in der Wohnung seiner Lebensgefährtin fanden die Beamten Bekleidungsstücke mit Aufdrucken „X.x.X“ und „DST“ (Tarnungen und Abkürzungen für die Rechtsradikalenband „Deutsch-Stolz-Treue“), CDs und DVDs sowie zahlreiche Digitalbilder. Des Weiteren beschlagnahmte die Polizei mehrere Computer und einen Laptop. Gegen den 33-Jährigen wurde heute Nachmittag ein Verbot der Amtsausübung erlassen.
Bereits im Februar und März war der Berliner Polizei ein empfindlicher Schlag gegen den Handel mit rechtsradikaler Musik gelungen. Bei der Durchsuchung mehrerer Wohnungen hatten die Ermittler unter anderem mehr als 1.600 CDs beschlagnahmt.

---> Polizeiticker Berlin

Berlin: 600 vs. 30

Warum sich die Berliner Polizei immer noch so sehr in’s Hemd macht, wenn es um besetzte Häuser o.ä. geht, ist mir schleierhaft.. Jüngstes Glanzstück: Abriegelung des halben Bezirks Mitte, um, nach freundlicher Anfrage des Hausbesitzers, die Personalien von ca. 30 in der Brunnenstrasse 183 lebenden Menschen festzustellen. Mit sage und schreibe 600 Polizeibeamten.

Und siehe da, sogar die örtlichen Schlafpillen aus der Politik heben bei einem solchen Personalaufwand die Augenbrauen..

Brunnenstraße

Politik bittet Polizeipräsidenten ins Parlament

Polizeichef Dieter Glietsch soll den Einsatz in der Brunnenstraße erklären. 600 Beamte hatten ein ehemals besetztes Haus abgeriegelt.

Von Tanja Buntrock
02.08.2007 16:56 Uhr

Der Großeinsatz der Polizei in dem einst besetzten Haus in der Brunnenstraße 183 wird ein politisches Nachspiel haben: Innenexperten der Oppositionsparteien forderten den Polizeipräsidenten Dieter Glietsch auf, zu dem 600-Mann-Einsatz Stellung zu beziehen. „Es besteht ein Klärungsbedarf, ob der Aufwand und der Nutzen in Relation stehen“, sagte die Sprecherin der Linksfraktion, Kati Seefeld.

Nach der Sommerpause soll der Polizeipräsident im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses Rede und Antwort stehen. Auch der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Jotzo, sagte, er sei „auf die Antworten des Polizeipräsidenten sehr gespannt“. Der Einsatz werfe Fragen auf. Beispielsweise, ob die Polizei bei der Erfassung der Personalien wirklich mit Widerstandshandlungen seitens der Hausbewohner hätte rechnen müssen. Schließlich komme der Steuerzahler dafür auf, da es sich um einen „außerordentlichen Einsatz“ handelte, für den Zusatzkräfte angefordert werden mussten. So seien dem Staat Mehrkosten entstanden.

Wie berichtet, hatte die Polizei am Mittwoch die Brunnenstraße in Mitte von 7 bis 12 Uhr abgeriegelt. Rund 600 Beamte waren im Einsatz. Der neue Eigentümer des verwahrlosten Altbaus hatte Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt, nachdem er eineinhalb Jahre lang vergeblich versucht hatte, die Namen der Bewohner zu erfahren. Ein Amtsrichter hatte daher die Durchsuchung angeordnet. Die Polizei stellte bei 31 Bewohnern die Personalien fest. Anschließend durften sie wieder ins Haus zurück. Gegen einen von ihnen lag ein Haftbefehl wegen Drogenhandels vor – er wurde festgenommen.

Der Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux kritisierte bereits kurz nach dem Einsatz, dass es „vollkommen unverständlich ist, weshalb die Polizei mit einem solchen Aufgebot die Interessen einer Privatperson schützt“. In diesem Punkt widerspricht ihm FDP-Innenexperte Björn Jotzo. Es sei juristisch unerheblich, ob die Polizei die Rechte einer einzelnen Person oder die tausender Menschen schütze. Allerdings müsse das jeweils mit „angemessenen Mitteln“ geschehen.

CDU-Innenexperte Frank Henkel sieht den Einsatz hingegen „nicht kritikwürdig“. Er betont, dass sich die Polizei mit Vorsicht wappnen musste, weil „spontane Gegenaktionen“ nicht auszuschließen gewesen seien. Henkel erinnert an den Polizeieinsatz Anfang des Jahres, als die illegale Kneipe im autonomen Kulturzentrum „Köpi“ an der Köpenicker Straße durchsucht werden sollte. Hier sei die Polizei mit zu wenig Personal ausgerückt, so dass die Aktion abgebrochen werden musste. „Dies wurde von den Linksradikalen als Sieg gefeiert“, sagt Henkel.

---> Tagesspiegel

Scheinbar geht’s zumindest in Teilen auch um’s Ego :D (s. letzter Satz)

Mal wieder Ärger in der Landespolizeischule..

Nachdem sich Anfang des Jahres ein Überlebender des Holocausts (welcher ab und zu eingeladen wurde, um PolizeischülerInnen Einblicke in die hässliche deutsche Geschichte zu vermitteln) über antisemitische Äusserungen der SchülerInnen beschwert hatte, wurde nun ein regelmässig im sehr weit rechts zu verortenden Blatt „Junge Freiheit“ publizierender Richter a.D. von seinen Aufgaben als Dozent an der Polizeischule entbunden.

Publikationen in rechten Medien

Berliner Polizeischule entlässt Dozenten

Die Polizei hat sich von einem an der Polizeischule lehrenden Dozenten getrennt. Der pensionierte Richter Falko Gramse hat seit Jahren in rechtsgerichteten Zeitungen Aufsätze veröffentlicht. „Er pflegt eine zweifelhafte Nähe zu Medien des rechten Spektrums“, begründete Polizeisprecher Bernhard Schodrowski die Absage an den 72-Jährigen. Gramse hatte seit Jahren – selten, aber regelmäßig – Verkehrsrecht gelehrt. Die letzte Veranstaltung war Mitte Februar, aufgefallen sei er nie. Die Polizei erfuhr von seinem Wirken erst durch die Anfrage einer hessischen Zeitung Mitte Juni. „Nach einer Prüfung haben wir uns entschieden, die für den 27. Juni geplante nächste Veranstaltung abzusagen“, sagte Schodrowski: „Unsere Lehrenden müssen über jeden Zweifel erhaben sein.“

Der frühere Verkehrsrichter wird zum Beispiel in der Autorenliste des ultrarechten Wochenblattes „Junge Freiheit“ als „Richter am Amtsgericht a. D. und Dozent an der Landespolizeischule Berlin“ geführt. Auch in dem zweiwöchentlich erscheinendem Blättchen „Mensch und Maß“ hat Gramse in diesem Jahr bereits mehrere Aufsätze veröffentlicht, zuletzt „Die staatsphilosophischen Ansichten Friedrich des Großen über das Königtum und seine Regierungsgrundsätze“.

Vor allem die Arbeit für die „Junge Freiheit“ soll die Polizei bewogen haben, Gramse als Dozenten nicht mehr zu engagieren – worum es in den Aufsätzen ging, sei zweitrangig gewesen. Denn die umstrittene Zeitung schmückt sich gerne mit „großen Namen“ als Autoren, sagte ein Experte. „Die sind ein Zeichen der Reputation.“ 2005 hatte die in Wilmersdorf herausgegebene Zeitung vor dem Bundesverfassungsgericht erstritten, dass sie nicht mehr im Verfassungsschutzbericht genannt werden darf.

Der Rausschmiss von Falko Gramse erfolgt vier Monate nach dem Eklat im Februar. Bei dem 83-jährigen Holocaust-Überlebenden Isaac Behar, der ebenfalls an der Polizeischule Vorträge hält, war der Eindruck entstanden, dass sich Polizeischüler antisemitisch äußerten. Eine unabhängige Kommission hatte anschließend jedoch festgestellt, dass die Äußerungen der angehenden Polizisten nicht auf rechte Tendenzen schließen ließen.

---> Tagesspiegel (18.07.07)

Schulseminare und rechte Propaganda

Landespolizeischule Berlin entlässt Dozenten

Von Mark Wolter

24 Jahre lang arbeitete Falko Gramse als Dozent für die Landespolizeischule Berlin. Weil er – wie nun bekannt wurde – ebenso lange Beiträge für rechte Zeitungen schrieb, wurde der 72-jährige frühere Amtsrichter nun von seiner Tätigkeit entbunden.
Seit 1983 unterrichtete der Jurist Falko Gramse an der Landespolizeischule im Berliner Stadtteil Ruhleben: Verkehrsordnungswidrigkeiten und Verhalten vor Gericht. Dass er sich nebenbei mit einem anderen Thema beschäftigte, war bis vor Kurzem niemandem aufgefallen. Der ehemalige Amtsrichter schlug parallel zu den Schulseminaren eine Laufbahn als Autor für rechtsextreme Zeitungen ein und verbreitete jahrelang mit seinen Texten rechte Propaganda.
Bereits seit mehr als 25 Jahren soll Falko Gramse entsprechende Beiträge publiziert haben. Neben Artikeln in der vierteljährlichen Zeitschrift »Deutschland in Geschichte und Gegenwart«, herausgegeben vom rechtsextremen Grabert-Verlag, lassen sich in den letzten Jahren zahlreiche Texte in dem alle zwei Wochen erscheinenden rassistischen Blatt »Mensch und Maß« finden. In seinen Aufsätzen fordert Gramse immer wieder die Rückkehr zu Patriotismus und Nationalstolz. Außerdem taucht sein Name auch in der Autorenliste der Wochenzeitung »Junge Freiheit« auf, die laut eigener Beschreibung »die geistige Tradition der deutschen Nation in Ehren hält«.
Die Berliner Polizei hatte nach eigenen Angaben Mitte Juni erst durch eine Nachfrage von Journalisten erfahren, dass ihr ehrenamtlicher Dozent für Zeitungen des rechten Spektrums geschrieben hat und schreibt. Ein für den 27. Juni geplantes Seminar des pensionierten Verkehrsrichters wurde daraufhin abgesagt, eine Untersuchung eingeleitet. Nach Bestätigung der Vorwürfe wurde Gramse nun von seiner Tätigkeit entbunden, wie die Polizei mitteilte.
Erst vor vier Monaten war die Landespolizeischule schon einmal in die Schlagzeilen geraten. Der Holocaust-Überlebende Isaak Behar hatte nach einem Vortrag an der Schule über antisemitische Reaktionen von Polizeischülern berichtet. Polizeipräsident Dieter Glietsch sprach damals von einem »Missverständnis«. Den Schülern wurde von einem Psychologenteam der Freien Universität Berlin bescheinigt, dass sie »kein rechtsextremes Gedankengut« hegten.

---> Neues Deutschland (19.07.07)

Irgendwo müssen die Berliner Bereitschaftsbullen es ja her haben..

Welch Verlust!

Die Medienlandschaft dieses Landes ist um einen wertvollen Player ärmer: Sat1 stellt mit sofortiger Wirkung seine Nachrichtensendungen ein:

Bis zu 300 Jobs weg
Sat.1 stellt News-Sendungen sofort ein

Berlin – Bisher waren es wilde Gerüchte. Jetzt aber ist klar: Sat.1 schmeißt viele Leute raus, stellt Sendungen ein.

Die Gewerkschaften sind fassungslos. Der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke sprach von bis zu 300 Entlassungen. Für ihn ein „medienpolitischer Skandal“. Laut ver.di sollen „Sat.1 am Mittag“, die 18.30 Uhr-Nachrichten und „Sat.1 News – Die Nacht“ sofort eingestellt werden. Der Deutsche Journalisten-Verband DJV weiß, dass der Redaktion von „Sat.1 am Mittag“ gestern mitgeteilt wurde, dass sie die letzte Sendung produziert habe.

DJV-Chef Michael Konken: „So geht man nicht mit Kollegen um, die mit Engagement Nachrichtenjournalismus machen. Die Einstellung der Nachrichtensendungen degradiert den Sender doch zum reinen Abspielkanal.“

---> Berliner Kurier (17.07.2007)

Haha.. Spassvögel..

AJZ Alte Wäscherei in Henningsdorf geräumt

Schade! Trotz doch ziemlicher Baufälligkeit des Objekts und teilweise etwas planlosem Vorgehen der BesetzerInnen war’s ein nettes Projekt mit netten Leuten, in einer Gegend wo die reine Existenz eines besetzten Hauses die örtlichen Nazis zur Weissglut getrieben hat. Diesen Freitag sollte ein grösseres HipHop Konzert stattfinden, eventuell wird das jetzt als OpenAir ablaufen – haltet euch hier oder hier auf dem laufenden.

Soli mit den BesetzerInnen, lasst euch nicht unterkriegen (von Anzeigen u.ä.)!



Dann hier noch ein Song, den ich schon länger posten wollte.. Shystie – One Wish (aus dem Album ‚Diamond in the Dirt‘). Grossartig.

cos i‘m big inner dis,
big bad inner dis

Weil ich faul war..

..gibt’s jetzt 3 ‚Berlin 911‘ Einträge in einem. Value for money!

Los geht’s mit einem älteren Zeitungsartikel; es sorgt sich die FDP um die Konkurrenzfähigkeit der örtlichen Polizei im Bereich der Datenübertragungsrate des (geplanten) digitalen Funknetzes. Nunja. Sollten es tatsächlich im Jahre 2011 nur ca. 3kbit/sek Übertragungsgeschwindigkeit sein, muss auch ich Laie etwas schmunzeln.

FDP kritisiert „langsamen Digitalfunk“

Das neue Digitalfunknetz der Berliner Polizei ist möglicherweise weitaus anfälliger als bisher angenommen. Die Berliner FDP hat daher die Einführung als unzureichend bezeichnet.

Der Digitalfunk soll von 2011 an den analogen Behördenfunk ersetzen. Im Augenblick findet ein Feldversuch in Berlin statt. Der notwendige Ausbau des Systems und eine schnellere Verbindung befinden sich allerdings noch im Anfangsstadium, teilte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) auf eine kleine Anfrage des FDP-Abgeordneten Björn Jotzo mit. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt könne man deswegen auch noch keine Aussagen darüber treffen, welche weiteren Kosten anfallen.

Die verfügbare Datenübertragungsgeschwindigkeit beträgt zukünftig 3 KBit pro Sekunde. Das ist nach Ansicht von Körting ausreichend. Anders die Liberalen: „Das ist wenig schneller als die Akustikkoppler der 80er-Jahre“, kritisierte Jotzo, Innenexperte der FDP-Fraktion. Die Erweiterung sei notwendig, aber kostenintensiv. „Damit besteht ein nicht quantifizierbares Haushaltsrisiko, will man den digitalen Polizeifunk über die Sprachübermittlung hinaus sinnvoll nutzen.“

---> Berliner Morgenpost (04.07.2007)


Dann geht’s weiter mit einer Selbstanzeige der Spandauer Polizei wegen Böllerei. Zum Abschluss des kürzlich stattgefundenen Treffens aller europäischen Polizeichefs gab’s ein dollet Feuerwerk – nur halt ein wenig ausserhalb des genehmigten Zeitrahmens. Als Folge hagelte es wohl Anzeigen wg. Ruhestörung von Anwohnern.. und jetzt kam eine weitere aus dem eigenen Lager hinzu..

Feuerwerk-Streit

Spandaus Polizei zeigt sich selbst an

Das Spandauer Ordnungsamt ermittelt jetzt doch wegen des nächtlichen Feuerwerks auf der Zitadelle. Anlass ist eine Selbstanzeige der Polizei, so war zu erfahren. Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU) hatte zuvor noch erklärt, er sehe keine Notwendigkeit zur Einleitung eines Verfahrens, weil bei ihm keine Anzeige eingegangen sei.

Wie berichtet, hatten Polizeifeuerwerker beim Abschlussfest der Tagung der europäischen Hauptstadt-Polizeichefs am 24. Mai ein großes Feuerwerk abgebrannt. Obwohl das nur bis 23 Uhr zulässig ist, wurde das von Betroffenen als besonders laut geschilderte Spektakel erst kurz vor Mitternacht gezündet. Wegen der Lärmbelästigung gab es zahlreiche Proteste.

Aufgrund der dort telefonisch eingegangenen Anwohnerbeschwerden habe der zuständige Polizeiabschnitt noch in der Nacht eine Ordnungswidrigkeitsanzeige gefertigt, erklärte Polizeipräsident Dieter Glietsch gestern auf Anfrage. Deren weitere Bearbeitung sei Sache des Bezirksamtes. Polizeiintern habe es keine Konsequenzen gegen die Verantwortlichen gegeben.

Bürgermeister Birkholz hatte nach eigenen Angaben den zuständigen Polizeibeamten im Vorfeld eine schriftliche Genehmigung des Feuerwerks über 23 Uhr hinaus verwehrt. Er räumte aber gleichzeitig ein, die Antragsteller indirekt ermuntert zu haben. Wenn jemand wegen einer späteren Zündung die Polizei rufe, sei diese ja bereits vor Ort, hatte er den Beamten mit auf den Weg gegeben. Da nun doch ermittelt wird, zog die Fraktion der Grünen am Mittwochabend in der Bezirksverordnetenversammlung einen Antrag zurück. Darin sollte das Bezirksamt aufgefordert werden, Verstöße gegen geltendes Recht unabhängig vom Ansehen der Person oder Behörden zu ahnden.

---> Tagesspiegel (06.07.2007)
..und was zum Teufel ist ein ‚Polizeifeuerwerker‘ ??


Zu guter letzt ein Beispiel für die Gastfreundschaft dieser schönen Stadt und ihrer Exekutivorgane..

Berlin: Nachhilfe in Sachen Rechtsstaat

„Ein Andenken an Berlin hab’ ich ja“, sagte José Burgos dem Tagesspiegel und zeigte die Striemen seiner Handschellen. Der kolumbianische Politiker und sein Kollege Camilo Castro waren als Gäste der Konrad-Adenauer-Stiftung in Deutschland um „den deutschen Rechtsstaat kennen zu lernen“. Dazu hatten sie vergangene Woche umfangreich Gelegenheit: im Polizeigewahrsam.
„So hätten wir uns das nie vorgestellt. Schockierend“, sagte Burgos, persönlicher Sekretär des Innen- und Justizministers Kolumbiens, der Berliner Zeitung. Die beiden wollten ihren Einkauf im Saturn-Markt im Europa-Center mit einem 500-Euro-Schein bezahlen, den das Prüfgerät an der Kasse als Falschgeld anzeigte. Sofort wurden die Männer von zwei Sicherheitsangestellten des Marktes in einen Hinterraum geführt. „Es kamen zwei Polizistinnen in Uniform, noch zwei Männer und drei Frauen“, sagte Burgos. Zwei Männer waren Polizisten in Zivil. „Wir mussten uns vor allen neun ausziehen. Eine Kamera filmte“. Den Grund für diese Behandlung erfuhren die Männer nicht. „Man hat uns behandelt wie Dreck“, berichtete Burgos, „Stirn gegen die Wand gedrückt, Beine gespreizt, nicht mit uns, sondern nur über uns geredet. Dann kamen wir in Einzelzellen, ich hatte wirklich Angst.“ Die Polizisten sprachen Deutsch und ein wenig Englisch mit Ihnen, was sie nicht verstanden. Sie bekamen keinen Übersetzer und durften niemanden anrufen – obwohl sie ihre Einladung der Stiftung zeigten. Burgos zeigte auch seinen Ministeriumsausweis aus Kolumbien, der die Polizisten nicht interessierte. Sie brachten beide in Handschellen in Gewahrsam. Bei der Prüfung durch das LKA stellte sich der Schein als echt heraus, woraufhin Burgos und Castro um 1 Uhr nachts entlassen wurden.Nach Ansicht von Polizeisprecher Bernhard Schodrowski sei „alles nach Sachlage in Ordnung“ verlaufen. Die Berliner Polizei sehe keinen Anlass sich bei den Gästen zu entschuldigen.

---> Indymedia (aber zusammengeklaut aus div. Berliner Tageszeitungen)

Ma was anderes: Marcello – Innercity Kinder

Aus lauter Freude, endlich wieder das obengenannte Album mein Eigen nennen zu können (dazu folgende Plattenkritik auf laut.de), hier ein paar Tracks, und die wärmstmöglichste Beschaffungsempfehlung.


Marcello – Die Stadt schläft (feat. Lunte)


Marcello – Sekundenschlaf (feat. Ben Damien)


Marcello – System

Sanft dahinplätschernde Beats, geschmeidige Flows.. solider Hiphop halt. Geht aber in Berlin zwischen dem ganzen Streetgeprolle unter – Schade.

Mehr auf die Ohren gibt’s auf Marcello’s MySpace Site (pfui, muss da jedeR eigentlich ’ne Seite haben?).. der Remix von „Fenster zur Strasse“ z.B. taugt auf jeden Fall.
Auf der Website des Plattenlabels ‚Funkviertel‘ gibt’s auch noch mehr Snippets und Freebies usw. herunterzusaugen.

So long..

Brothers Keepers vs. Aggro Berlin

Auf der Website der Brothers Keepers (antirassistische HipHop Kollabo, einige werden sich erinnern) gibt’s neuerdings eine Petition zu unterzeichnen, die sich gegen rassistische und sexistische Trends in der dt. Hiphop-Szene richtet, veranschaulicht am Beispiel des neuesten Albums von Pseudogangsta-Prolo-Rapper B-Tight aus Berlin. Zu kritisieren gibt’s da einiges, der Aufruf der Brother’s Keepers scheint sich aber vornehmlich gegen die inflationäre Verwendung des Begriffs „Neger“ und die zu erwartende ‚Normalisierung‘ des Wortes zu richten..
Nebenbei wird auch noch Sexismus erwähnt.. aber eher begleitend. Naja, anschauen und ggf. unterzeichnen. B-Tight ist auf jeden Fall ein dummer, talentbefreiter Poser und hat’s nicht anders verdient. Jawoll!

Das Schweigen brechen

Rassismus und Sexismus im deutschen Hip Hop

Kommerziell erfolgreicher deutscher HipHop zeichnet sich zunehmend durch Gewalt verherrlichende und obszöne Inhalte aus und bedient sich dabei sowohl rassistischer als auch sexistischer Stereotypisierungen. Als Brothers Keepers e.V., einem Zusammenschluss von primär afrodeutschen KünstlerInnen und ProduzentInnen, der sich gegen Rassismus und für Gleichberechtigung auf allen gesellschaftlichen Ebenen engagiert, sehen wir diese Entwicklung der letzten Jahre mit wachsender Besorgnis. Wir denken, dass es höchste Zeit für einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs ist – dies schließt die Verantwortlichen in der Musikindustrie – die Plattenfirmen, Labels und Vertriebe – genauso ein wie Vertreter aus Medien und Politik und natürlich auch die Mitglieder der deutschen HipHop Community – sowohl die Konsumenten als auch die bislang recht schweigsamen Kritiker.

Wanna B Tight? – Then you better get it right!

Exemplarisch lässt sich diese Gesamtproblematik an der jüngsten Veröffentlichung aus dem Hause Aggro-Berlin/Groove Attack illustrieren: das Album „Neger Neger“ des afrodeutschen Rappers B-Tight (aka Bobby Dick). Seit der Veröffentlichung des Albums kleben überall in deutschen Großstädten Werbe-Sticker mit der Aufschrift „Neger Neger“ – offensichtlich wenig kreative Auswüchse einer Werbekampagne, die Aufmerksamkeit erregen will und dabei keine Grenzen kennt.

Sowohl der Albumtitel als auch die Liedtexte (Bsp.: „Wer rammt immer noch sein Penis in dein Loch, sag mir wer ist immer straff? Der Neger Neger!“) und die Werbekampagne sind nicht hinnehmbar. Das Wort „Neger“ (in Folge N-Wort genannt) ist eine rassistische Beleidigung. Wir lehnen die Verwendung des N-Wortes, egal ob als Fremd- oder Selbstbezeichnung, ab – genauso wie jegliches sadistisch-sexistisches Vokabular.

Das N-Wort steht für die Herabwürdigung und Entmenschlichung Schwarzer Menschen. Dies zeigt sich sowohl in der deutschen Geschichte (Sklaverei, Kolonialismus, Genozid, Zwangssterilisierung, Ermordung in Konzentrationslagern) als auch in der deutschen Gegenwart. So sangen die faschistischen Mörder von Alberto Adriano das kolonialrassistische deutsche Kinderlied „Zehn kleine Negerlein“, während sie den mehrfachen Familienvater feige und brutal zu Tode traten. Zudem bedient sich die rechtsextreme Polit-Szene allzu gerne des N-Wortes, wie die jüngsten Aussagen über „arrogante Wohlstandsneger“ des NPD-Fraktionschefs, Holger Apfel, im Sächsischen Landtag zeigen.

Die Auswirkungen rassistischer und sexistischer Gewalt durch Sprache dürfen nicht unterschätzt werden, ihre Verbreitung über Tonträger und Medien lässt sich nicht durch die viel zitierte künstlerische Freiheit rechtfertigen. Es geht hier nicht um formelhafte Political Correctness, sondern um R-E-S-P-E-K-T und um Verantwortung. B-Tight repräsentiert in keiner Weise die Schwarze Community in Deutschland, sondern allein seine eigenen gewinnmaximierenden Interessen und die seines Labels Aggro Berlin. Seine Sprachwahl und Herkunft können und dürfen nicht herangezogen werden, um rassistische Begriffe zu legitimieren. Der Umgang mit Sprache reflektiert und kreiert natürlich das zwischenmenschlichen Klima innerhalb einer Gesellschaft und leistet der nach wie vor ausgeprägten verbalen und physischen Gewaltbereitschaft gegenüber Schwarzen Menschen in Deutschland Vorschub. Schon jetzt singen Jugendliche öffentlich – da sie weder von politischer, pädagogischer oder medialer Seite ausreichend Orientierungshilfen erhalten – Auszüge aus B-Tights Liedern und skandieren den Refrain. Letztlich führt die klischeehafte Selbstdarstellung B-Tights als sexbessener, perverser und hyperpotenter Schwarzer Vergewaltiger und Aufreißer zu einem ungehinderten Konsum frauenfeindlicher und vermeintlich „authentisch Schwarzer“ phallischer Phantasien. Rassismus und Sexismus werden so zur Ware für ein junges Publikum gemacht, das auch für die Bestätigung entsprechender Vorurteile zahlt.

Daher fordern wir:

* von dem Label Aggro Berlin ein Ende der Produktion und Vermarktung rassistischer und sexistischer Images und Inhalte sowie die sofortige Beendigung der Streetmarketing Kampagne zu „Neger Neger“ und das Einstampfen noch vorhandener Sticker
* von dem Vertrieb Groove Attack die Einstellung des Vertriebs des B-Tight Albums „Neger Neger“
* von den Musiksendern einen Rotationsstop rassistisch und sexistisch motivierter Videoclips und von Magazinen, Zeitungen und Fanzines das Ende unreflektierter Berichterstattung und ungehemmten Profitschlagens aus Anzeigen, die mit der Beleidigung Schwarzer Menschen und der Herabwürdigung von Frauen werben
* ein Ende des Schweigens in der deutschen HipHop Community und der Musikindustrie, in der das Eintreten für Respekt und gegen Rassismus selbstverständlich sein sollte

Es ist höchste Zeit, gesamtgesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen und Position zu beziehen.

---> Petition gibt es hier

Vergessene Fahnen

Neulich bin ich irgendwie auf die Website ‚vergessene-fahnen.de‘ gestossen – zwar hat das wahrscheinlich alles schon keinen realen Nachrichtenwert mehr, dennoch ist dieses Doku-Projekt sehenswert, im grossen und ganzen ein etwas ironischer Kamerastreifzug durch Schland. Und zwar gehen die FilmemacherInnen der Frage nach, was denn, ein halbes Jahr nach Ende der MegaWM(tm), aus den ganzen hässlichen Winkelementen geworden ist, bzw. warum einige Leute ihre Patriotenwimpel noch immer im Wind herumflattern lassen.. So gibt’s halt Interviews mit den jeweiligen BRD-FreundInnen und Kameraeinsichten in den Mief deutscher Dörflein.. Aber echt nett gemacht, checkt’s aus.

Auf der Website kann man auch beinahe den ganzen Film schauen, wenn auch leider mit Hilfe eines etwas komischen Abspielplugins in mehrere Teile zerstückelt. Ansonsten gibt’s auf Youtube auch einige Teaser (s.u.).

(Der ist schon ziemlich krass. Spielt irgendwo in Brandenburg, am örtlichen ‚Getränkeimbiss‘.)



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